Die Geschichte
Vishu heißt gleich: Der Tag war einst die Tagundnachtgleiche, als Tag und Nacht sich entsprachen, bevor die langsame Drift des siderischen Jahres den Eintritt der Sonne in Meṣa drei Wochen darüber hinaustrug. Man begeht ihn als den Tag des ersten Anblicks: Was man im Morgengrauen zuerst sieht, prägt das Jahr — also wird der Anblick vorbereitet.
Das Vishukkaṇi ist dieser Anblick: Im Andachtsraum wird ein Bronzegefäß (uruli) gefüllt mit Reis, einer goldenen Gurke, einer Jackfrucht, Kokoshälften, Mangos, den gelben Koṇṇa-Blüten der Jahreszeit (Cassia fistula), die für diesen Tag blühen, einem Spiegel, Gold, einem gefalteten Tuch und einer brennenden Lampe, vor einem Bild Kṛṣṇas. Die älteste Frau richtet es nachts und führt jedes Familienmitglied im Morgengrauen mit geschlossenen Augen davor.
